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Cisco Unified Communications Manager

Überblick Cisco Unified Communications Manager (ehemals Callmanager)

Der Cisco Communications Manager (kurz: CUCM) ist eine serverbasierende IP-Telefonie-Lösung für Großkunden des führenden Netzwerkausrüsters Cisco Systems (external link). Die Software CallManager bildet den Kern der Lösung, mögliche Erweiterungen sind das Unified Messaging System Cisco Unity oder die Callcenter-Lösung IP Contact Center, um nur zwei zu nennen. Die Aufgabe des CUCM ist vorrangig die Vermittlung von Gesprächsteilnehmern, also vergleichbar mit einer TK-Anlage (engl. PBX, Private Branch eXchange) und es wird üblicherweise der Begriff Softswitch oder Soft-PBX verwendet.

siehe auch: Wikipedia-Artikel zum CallManager in deutsch (external link) oder englisch (external link).

 

Architektur Cisco Unified Communications Manager

Server

Die Installation der CUCM Software erfolgt auf einer handelsüblichen, von Cisco zertifizierten Serverhardware. Bis einschließlich Version 4 handelte es sich dabei um ein angepasstes Windows 2000 Server Betriebssystem, welches als Festplattenimage von Cisco inklusiver aller benötigten Komponenten ausgeliefert wurde. Ab der Version 5 verwendet Cisco ein stark angepasstes Red Hat Linux als Betriebssystem, dieses wird ebenfalls als Festplattenimage geliefert.

Unabhängig von der Version können mehrere CUCM-Server einen CUCM-Cluster bilden, in dem unterschiedliche Server unterschiedliche Aufgaben wahrnehmen. Üblicherweise werden mindestens zwei CUCM-Server zu einem Cluster für eine produktive Installation zusammengefasst. Einer der beiden Server wurde bisher First Node und der andere Subsequent Node genannt. Unabhängig von den SQL-Zugriffsrechten üben die Server meist weitere Aufgaben wie primärer/sekundärer CallManager, primärer/sekundärer CTI-Server, primärer/sekundärer TFTP-Server aus.

Telefon

Die Cisco IP-Telefone (engl. Cisco IP-Phones) gibt es in unterschiedlichen Ausführungen (z.B. CP-6941, CP-7940G, CP-7965G). Als Kommunikationsprotokoll wird üblicherweise Skinny (kurz SCCP, Skinny Client Control Protocol) verwendet. Dies ist ein Cisco properitäres Protokoll. Beginnend mit der Version 5 können auch beliebige SIP-Endgeräte am Callmanager betrieben werden. Dazu gibt es für alle genannten IP-Telefone eine SIP-Software (SIP-Firmware), die diese per TFTP laden können. Telefone anderer Hersteller werden ebenfalls - allerdings mit eingeschränkter Funktionalität - unterstützt.
Neue Telefonserien 89xx und 99xx setzen vollständig auf SIP, für diese gibt es keine SCCP-Firmware mehr. Bei dem eingesetzten SIP handelt es sich um ein SIP mit herstellerspezifischen Erweiterungen, um die branchenüblichen Leistungsmerkmale einer Unified Communications Lösung bereitstellen zu können.

Die Telefone bekommen per DHCP ihren Konfigurationsserver (TFTP-Server) mitgeteilt, laden dort ihre individuelle Konfiguration, die u.a. die CallManager-Server enthält und registrieren sich dann - soweit möglich - am primären CUCM-Server.

Gateway

Gateways sind für den Übergang von einer Technologie in eine andere erforderlich, der häufigste Fall ist der Übergang von einem IP-Netz in das ISDN-Netz bzw. vom ISDN-Netz in ein IP-Netz. Als Hardware kommen Cisco Router zum Einsatz, die mit einem entsprechenden BRI (für ISDN-Basisanschlüsse = S0) oder PRI (für ISDN-Primärmultiplexanschlüsse = E1) ausgestattet werden. Für eine Kopplung zwischen IP-Telefonie und bestehender TK-Anlage steht QSIG oder EuroISDN zur Verfügung.

Im wesentlichen werden zur Kommunikation zwischen CallManager und Gateways die Protokolle MGCP und H.323 verwendet.

Eine besondere Form der Gateways stellen die Analoggateways dar; über sie können analoge Geräte (wie FAX) in die IP-Telefonie eingebunden werden. Für lediglich zwei Teilnehmer gibt es die sogenannten ATA (Analog Terminal Adapter), bis zu 24 analoge Anschlüsse stellt das VG224 bereit. Ausstattung von Cisco Routern mit sogenannten FXS-Ports ist in verschiedenen Mengen ebenfalls möglich.

Logik

Im folgenden möchte ich Ihnen einen Einblick in den logischen Aufbau des CallManager geben. Eine umfassende Darstellung kann hier nicht erfolgen, dennoch hoffe ich wird es deutlich, dass viele Funktionen die mit dem CallManager realisierbar sind nicht - wie bei klassischen TK-Anlagen - aktiviert oder deaktiviert werden, sondern mittels Zusammenspiel verschiedener Komponenten. Der CallManager ist somit mehr ein Baukasten, aus dem verschiedene Elemente zusammengefügt werden und dann eine Gesamtlösung ergeben.

Komponenten

Phones

In der Konfiguration des CallManager gibt es Telefone/Phones verschiedener Modelle (vgl. oben). Ihre Konfiguration umfasst Eigenschaften wie Telefonname (SEP<MAC-Adresse>), Telefontyp (z.B. CP-7940) und insbesondere zugeordnete Telefonleitungen. Es besteht auch die Möglichkeit sogenannte Telefonprofile (engl. Device Profiles) als virtuelle Telefonkonfiguration in Zusammenarbeit mit Extension Mobility zu verwenden.

Line

Die Telefonleitung enthält viele Eigenschaften, die zunächst bei einem Telefon vermutete würden: Durchwahl, Rufberechtigung, Anzeigenamen, Rufumleitungen usw.

Gateways

 

Die Gateways werden zunächst als Komponente konfiguriert und erhalten z.B. eine Rufberechtigung für eingehende Anrufe. Verwendet werden Sie dann beim Callrouting mittels der sogenannten Route Pattern.

User

Die Benutzer werden im System einerseits für administrative Zugriffe verwendet, andererseits gibt es ein Webinterface (anpassbar ab Version 4.0) für jeden Benutzer, in dem er kleinere Einstellungen selbst wählen kann.

Callrouting

Wesentliche Elemente des Callrouting sind Partitionen/Partition eine logische Gruppierung von Leitungen und Route Pattern. Welche Leitungen/Rufnummern für das eigene Telefon erreichbar sind, wird über den Calling Search Space festgelegt. Der Calling Search Space ist eine priorisierte Sammlung von erlaubten Partitionen. Möchte man zwischen Partitionen eines CallManager-Cluster wechseln, aber beispielsweise die angezeigte Rufnummer verändern (engl. digit manipulation) so verwendet man eine Translation Pattern. Um ein Gateway zu einem Ziel außerhalb des CallManager-Cluster verwenden zu können richtet man eine Route Pattern ein, ebenfalls ist es möglich mittels Route Pattern einen Anruf zu blockieren.

Der Einsatz von Extension Mobility ermöglicht es einem Benutzer ein Telefonprofil/Device Profile zuzuweisen. Mit seiner ID-PIN-Kombination kann sich der Benutzer an jedem - EM-fähigen - Telefon anmelden und dieses Telefon bekommt seine Einstellungen (Rufnummer, Rufberechtigung,...) geladen.